Fit für´s Pferd

Michael Herrmann, Fitness-Coach

„Ich bin lizenzierter Fitnesstrainer und schöpfe mein Wissen aus 20 Jahren Erfahrung im Bereich Geräte gestützten Fitnesstrainings. In dieser Zeit ist mir Eines ganz bewusst geworden: Jeder Mensch ist ein Unikat und muss auch so wahrgenommen und in der Betreuung im Fitness-Sport gehandhabt werden.
Muskuläre Dysbalance ist meistens auf Fehlschonhaltungen im Alltag und Beruf zurückzuführen. Nur ein gezieltes Ansteuern der Muskulatur in Verbindung mit dem zentralen Nervensystem führt langfristig zum Erfolg und sollte Hauptbestandteil eines jeden Trainings sein.“
Über Muskelketten und Bindegewebe steht der Schultergürtel und Rumpf mit den Beinen in Verbindung. Fehlhaltungen sorgen für einseitig beanspruchte Muskulatur und mangelnde Stabilität, die für die gesundheitlichen Probleme verantwortlich sind.
Die Aktivierung vertikaler Muskelketten geschieht automatisch in Ruhepositionen. Wenn wir zum Beispiel am Schreibtisch sitzen, spannen wir die Rückenstrecker an, um nicht mit dem Kopf auf dem Tisch aufzuschlagen.
Die spiralförmigen Muskelketten können dagegen nur in Bewegung aktiviert werden. Für diese „spirale“ Stabilisierung müssen die Wirbelsäule und das Becken aufgerichtet sein und die Schulterblätter sollen sich frei nach hinten bewegen können. Das verlangt aktive Entspannung in der Brustmuskulatur, im Hüftbeuger und vorderen Oberschenkelmuskel. Für Reiter ein absolutes „Muss“, um die schwungvollen Bewegungen des Pferdes nicht zu behindern und unkontrollierte Reaktionen zu provozieren.






Egal welcher Arbeit man nachgeht, oder welcher Sportart man sich widmet: Der Reitstil spiegelt den Alltag immer wider. Jobs im Büro mit stundenlangem Sitzen erkennt man im Sattel an der gekrümmten Haltung. Der Freizeitreiter versucht sich auf dem Pferd zu halten ohne erkennbare Schulterblatt- und Hüftbewegung, als ob mit dem Zügel das Pferd im Griff gehalten werden muss. Jeder trainiert beim Reiten im Grunde „nur“ seine alltäglichen – meist schlechten – Bewegungsgewohnheiten. Dabei kann man jedoch nicht auf eine „wundersame“ Verbesserung seiner körperlichen Verfassung hoffen, da diese Haltung und der Bewegungsablauf im Gehirn als Bewegungsmuster abgespeichert ist.




Unter Fitness wird im Allgemeinen körperliches und oft auch geistiges Wohlbefinden verstanden. Fitness drückt das Vermögen aus, im Alltag leistungsfähig zu sein und Belastungen eher standzuhalten. Der Begriff ist insofern ungenau, als er als Modebegriff nicht klar definierbar ist und von verschiedenen Personen und Interessengruppen unterschiedlich interpretiert wird.
Mit einem Krafttraining und auf Haltungsfehlern eingehenden Korrekturen kann ein ausgewogener Muskeltonus erreicht werden, um mit Muskelketten arbeiten zu können.
Zum Beispiel zieht der Rückenstrecker den Beckenkamm im unteren Rücken bei viel Spannung ständig nach oben – eine neutrale Beckenstellung wird dann immer schwieriger. Fällt die hohe Spannung des Rückenstreckers weg, richtet sich das Becken viel besser auf. Ohne ein neutrales Becken kann die Aufrichtung der Brustwirbelsäule nicht funktionieren. Instabilität folgt. Ohne Aufrichtung der Brustwirbelsäule entsteht keine optimale Rumpfrotation des Reiters.
Letztendlich wird man kräftiger, beweglicher und geht durch die Dehnung des Rückenstreckers auch Nacken- und Rückenschmerzen aus dem Weg.
Texte: Wolfgang Klein
Fotos: Guido Serino Photography

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